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Małopolska Weg zur Unabhängigkeit

Małopolska Weg zur Unabhängigkeit

Die Jahre vor dem Ausbruch des 1. Weltkriegs verliefen in Galizien in einer hitzigen politischen Atmosphäre. Eine der Strömungen, die zunehmend an Einfluss gewann, war die Unabhängigkeitsbewegung.
Ihr Anführer war Józef Piłsudski. 1867 in Litauen (in der Nähe von Vilnius) geboren, beteiligte er sich bereits während der Studienzeit in Charkow an den Aktivitäten der russischen Revolutionsbewegung und verbrachte für seine angebliche Teilnahme an den Vorbereitungen zur Ermordung des Zaren fünf Jahre in sibirischer Verbannung. Nach der Rückkehr engagierte er sich für die sozialistische Arbeit, jedoch sah er kurz darauf die sozialistischen Ideen nur als Weg, der zur Unabhängigkeit Polens führte. Wie er selbst sagte, stieg er aus dem „Sozialismus”-Zug an der Station „Unabhängigkeit” aus. Durch den Arrest im russischen Besatzungsgebiet bedroht, siedelte er nach Galizien um – hier lebte und wirkte er vor allem in Krakau.

1911 führte Piłsudski in Krakau zur Gründung des Związek Strzelecki (Schützenverband - populär Strzelec genannt), einer paramilitärischen Organisation, die der Keim einer bewaffneten, polnischen Streitkraft sein sollte. Nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs wuchsen aus den Strzelec-Abteilungen (sowohl des Strzelec, als auch ähnlicher Organisationen) die Polnischen Legionen heran, die an der Seite der Zentralstaaten gegen das Zarenreich Russland kämpften. Nach drei Jahren des Kämpfens, aufgrund des Fehlens entscheidender Handlungen seitens jener Staaten in Bezug auf die Polnische Frage, entschied Piłsudski den Bündnispartner zu wechseln, zumal er die Möglichkeit einer Niederlage Deutschlands und Österreich-Ungarns zu bemerken begann. Infolgedessen wurde er im Juli 1917 von den Deutschen inhaftiert. Erst am 10. November 1918 kehrte er nach Warschau zurück und übernahm in Kürze das Führungsruder in der aufkeimenden II. Rzeczpospolita als Staatsvorsteher.
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