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Die Ostfront in Małopolska

Die Ostfront in Małopolska

1914 wurde Małopolska zum Schauplatz der Kämpfe an der Ostfront des 1. Weltkriegs. Die Russen begannen ihre Kriegshandlungen in diesem Gebiet mit der Durchführung eines sturmartigen Angriffs, der zum beidseitigen Umfassen der kaiserlich-königlichen Armee, zu deren Abschneiden von der Weichsel, dem Fluss Dniestr und den Karpaten und schlussendlich zur Zerschlagung führen sollte. Kurz darauf fiel ein erheblicher Teil Ostgaliziens in russische Hände. Die Festung Premissel (Przemyśl), bis dahin das österreichische Hauptquartier, fand sich in einer Umzingelung vor.
Der November 1914 war der Monat mit den größten russischen Erfolgen an der galizischen Front. Die russische Front verschob sich seinerzeit in die Gegend um Krakau zu den Orten Wolbrom und Słomnik. Nach Osten verlief sie von Brzesko und Neu Sandez (Nowy Sącz) zu den Karpaten, in denen nur nicht zahlreiche Punkte den kaiserlichen Truppen den Weg nach Süden versperrten. Um den 11. November herum, vor Beginn einer neuen österreichisch-deutschen Offensive, erreichten die russischen Armeen die am weitesten westlich gelegenen Positionen während des Großen Krieges und besetzten fast sechs Siebtel Galiziens, erneut fast das gesamte Königreich Polen und lehnten sich an die deutsche Grenze an. Im Norden von Małopolska fand vom 16. bis 19. November ein Kampf bei Krzywopłoty statt. Polnische Legionäre und österreichisch-ungarische Soldaten schafften es den russischen Marsch nach Westen zu stoppen.

Während des Kampfes um Krakau kam die russische Armee an einen Punkt, der nach dem Kampf mit einem Obelisken auf der Kaim Anhöhe verewigt wurde. Am 6. Dezember 1914 verlief die Frontlinie lediglich 10 km vom Hauptmarkt (Rynek Główny) entfernt. An eben diesem 6. Dezember 1914 ging die Besatzung der von zwei Seiten belagerten Festung Krakau zum Gegenangriff über und vertrieb den Gegner aus der Umgebung der Stadt.
Die Krakauer Schlacht stoppte den Hauptangriff der Russen und Österreich-Ungarn ging es nun um das definitive Aufhalten der „Dampfwalze”, wie die russische Offensive genannt wurde. Darüber sollten die Kämpfe südlich von Krakau vom 2. – 12. Dezember 1914 entscheiden, die sog. Schlacht von Łapanów und Limanowa. Sie entschied über das Aufhalten der russischen Offensive in Galizien.

Ebenfalls im Dezember, vom 22. – 25., nahm die I. Brigade der Legionen am Kampf bei Łowczówek teil.. Dieses Gefecht stoppte für einige Zeit die nach Westen drängenden russischen Kräfte und erlaubte es den Österreichern die Front auf der Linie Tarnau – Gorlice auszubauen. An diesen Positionen erstarrte die Front für lange Monate und nahm, zum ersten Mal in der Geschichte, die Form ausgebauter Wehrstellungen mit Schützengräbenlinien, Unterständen, Reservepositionen, Verbindungsgräben u.ä an. Erst der Kampf bei Gorlice vom 2. – 5. Mai 1915 brachte einen Situationswandel. Sie führte zu einem der größten Durchbrüche einer Front in der Geschichte Europas. Als Folge des Kampfes von Gorlice drängten schließlich die österreichischen und deutschen Armeen die russischen Einheiten nach Osten zurück und zwangen sie zum Rückzug.

Im Mai 1915 folgten die Korps der österreichisch-ungarischen 1. Armee, welche am Nordufer der Weichsel operierten, den Spuren der sich zurückziehenden russischen Armee.

Dieser Angriff, nach der Eroberung von Premissel und Lemberg (Lviv), führte fast zum Zusammenbruch der russischen Südfront. Während der Kriegsberatung in Baranowicze, an der Zar Nikolaus II. persönlich teilnahm, fiel die Entscheidung, um das Königreich Polen möglichst lange zu halten und sich auf die Kämpfe an der Nordwestfront zu konzentrieren. Am 5. August jedoch mussten die Russen Warschau verlassen, um eine sie gefährdende Umzingelung zu vermeiden.

Als Ergebnis der Frühlings- und Sommeroffensive der Zentralstaaten fiel den Deutschen und Österreichern fast ganz Galizien, das Königreich Polen, Litauen und das Kurland in die Hände.

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